Künstlerbücher

Nanja Heid

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Künstlerbücher, oder vom Unterwandern des Gewohnten

Nanja Heid: BUCH - noch ohne Titel

„Von herkömmlichen Publikationen unterscheidet sich dieses Künstlerbuch bereits auf den ersten Blick.
Buchstäblich werden deren formale Grenzen erweitert:
Der in Grautönen changierende Buchblock ist struppig. Beim Auf- und Umblättern der Seiten wird unwillkürlich ein Einband mitgedacht und über dieser nicht vorhandenen Bindung entfaltet sich das Buch.
“

„Doch hier führt jeder Versuch, etwas zu entziffern, zu einer Enttäuschung, denn Buchstaben sind in den Zeilen nicht zu erkennen.
Der Blick irrt über die Nähte und folgt den Fäden von Einstich zu Einstich, findet aber nicht zu der ruhigen Blickbewegung, wie sie typisch ist für das Lesen eines Textes.“

Bernadette

Online finden Sie den vollständigen Text unter Literaturmagazin Bremen

Nanja Heid lebt und arbeitet in Bremen. Ihr Atelier befindet sich im ZENTRUM FÜR KUNST, im Tabakquartier, Woltmershausen.

Im Schaufenster der Galerie, in der Vitrine für Künstlerpublikationen ist das Buch - noch ohne Titel zusammen mit dem vollständigen Text präsentiert.

Alle Texte und Fotografien © Bernadette

Bild von der Seite „Künstlerbücher“
Nanja Heid, BUCH - noch ohne Titel, seit 2024, 190 Seiten, still in progress, Unikat, © bernadette

Der Senator für Kultur fördert bereits seit Jahrzehnten künstlerische Projekte zu Katalogen und Büchern als Kunstwerk. Einige der in diesem Zusammenhang entstandenen Künstlerbücher werden in Kooperation mit dem Literaturmagazin Bremen an dieser Stelle vorgestellt.

Das Buch als Katalog dokumentiert die Arbeit von Künstler:innen anhand von Abbildungen der Werke, erläuternden Texten, Ausstellungsverzeichnis und Biografie. Doch individuell als Künstlerbuch gestaltet, wird das Buch zu einem eigenständigen Kunstwerk, eingebunden in das künstlerische Gesamtwerk. In sehr kleiner Auflage oder als Unikat produziert, ist ein Künstlerbuch zu einem meist recht niedrigen Preis zu erwerben. Ein Kunstobjekt, das seine glücklichen Besitzer*innen in einer Tragetasche nach Hause transportieren können.

Die hier ausgewählten Künstlerbücher stehen exemplarisch für die schon seit Jahrzehnten für die Bremer Kunstszene wichtige Förderung durch den Senator für Kultur. Zu Anfang waren es vereinzelte Ankäufe oder Schenkungen, dann folgte von 1981 bis 2004 die Soziale Künstlerförderung und darauf das jährliche Projektmittelverfahren, das es Künstlerinnen und Künstlern auch noch aktuell ermöglicht, Bücher als einzigartiges Kunstwerk und auch Kataloge in Auflage zu erstellen.

Das Buch als Kunstwerk tauchte Anfang des letzten Jahrhunderts in der bildenden Kunst auf und wurde für einige Künstler*innen zu einem festen Bestandteil ihrer künstlerischen Äußerungen. Immer wieder sehen sich Künstler*innen motiviert, die herkömmliche Funktion, das gewohnte Format eines Buches zu unterwandern und zu sprengen, um Preziosen zu produzieren. Auch für die Bremer Kunstschaffenden war und ist das publizierte Künstlerbuch ein wichtiges Medium, um außerhalb des Ausstellungsbetriebs ihre Kunst zu präsentieren. Kataloge sind Bücher über Kunst oder über Künstlerinnen und Künstler. Künstlerbücher sind Kunst.