Ja leck mich am Arsch
Marion Bösen, Daniel von Bothmer, Carl F., Anja Fußbach, Tom Gefken, Herwig Gillerke, Wolfgang Hainke, Freyja Reynisdóttir, Tobias Lange, Eva Matti, Ludger N.o.kel, Partisanen der Kunst (Boleslaw und Kazimierz Jankowski), Laura Pientka, Uwe Schloen, Kinki Texas, Silke Thoss, Olav Westphalen
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Tom Gefken, Mettigel, 2024/2025, Öl auf Leinwand, alle Fotos © Jens Weyers

Daniel von Bothmer, AUA AUA AUA, 2025, Mixed Media

Uwe Schloen, Toilettentieftaucher , ohne Jahr, diverse Materialien

Carl F., TOP TRIP, 2020, Acryl auf Leinwand

Carl F., Versager , 2022, Acryl auf Leinwand

Eva Matti, Zapfenlandschaft mit Besuchern, 2025, Installation, Teilansicht

Eva Matti, Together, 2022/2024, Garne, Filz, Wolle, Acryl, Nylon

Ludger N.o.kel, face your fear, (situactical) , 2025, Rahmen, Paint Ball Munition, Teilansicht

Ludger N.o.kel, face your fear, (situactical) , 2025, Pistole, Paint Ball Munition, Teilansicht

Wolfgang Hainke und Freyja Reynisdóttir, BONNE À TOUT FAIRE - BONNE À TOUT FAIRE , 2024
Sockelskulptur, Porzellan, Glas, Spiegel
Wolfgang Hainke und Freyja Reynisdóttir, BONNE À TOUT FAIRE - BONNE À TOUT FAIRE , 2024
Teilansicht
Laura Pientka, URINAL: Piss & Press (1917 Reloaded), 2025, Keramik, Elektromotoren

Kinki Texas, The good Shepherd , 2023, Mischtechnik und Papier auf Leinwand

Kinki Texas, Prometheus Mob Rider, 2025, Mischtechnik und Papier auf Leinwand

Ludger N.O.kel, scheinheilig, 2019, (situactical), diverse Materialien
Ja leck mich am Arsch, wer nennt denn eine Ausstellung so?
Ja leck mich am Arsch, das ist ja krass!
Ja leck mich am Arsch, das passt in unsere Zeit…
Ja leck mich am Arsch, das ist alles Kunst?
Stimmt. Leider. Vielleicht. Ja leck mich am Arsch zeigt Künstlerinnen und Künstler aus Bremen, die mit selbstironischer Non-Chalance und Witz Kunst machen, die mal trashig, meist lustig bis albern, oft ziemlich politisch – und zwar eher im Punk-Sinne – und teils mit einer Do it Yourself-Ästhetik daherkommen. Die Städtische Galerie Bremen stellt damit zum zweiten Mal nach der Doppelausstellung konkret bremen von 2019/20 wichtige Bremer künstlerische Positionen verschiedener Generationen anhand formaler und thematischer Gesichtspunkte vor. Eine besondere Ästhetik wird in den Fokus gerückt, von der wir seit Jahren feststellen, dass sie in Bremen eine große Rolle spielt, vielleicht als typisch für die hiesige Kunstszene gesehen werden kann. Und damit auch über ihre überregionale Strahlkraft einen künstlerischen Bremer Schwerpunkt bildet.
Manchen Künstler*innen in der Ausstellung ist es bitterernst, während andere wirklich erstmal zum Lachen bringen wollen, manche sind ziemlich entrüstet und verärgert, wieder andere fragen sich, was das überhaupt sein soll: Kunst. Sie haben sehr individuelle künstlerische Ausdrucksformen für diese Fragen und Ansätze gefunden und erweisen sich hier oft als Ausnahmeerscheinungen einer allgemeinen Kunstszene, die zwar generell eine gewisse Narrenfreiheit reklamiert, aber nur gelegentlich bewusst ausschert. Die Ja leck mich am Arsch- Künstler und Künstlerinnen machen im Zweifelsfall auch vor Tabus nicht Halt. Mit Trash, Punk, mit Witz und Ironie, mit Vulgärem, Obszönem, Blasphemischem, mit Kitsch, mit Popkulturzitaten, mit Hässlichkeit haben sie kein Problem. Sie manifestieren im Gegenteil genau dadurch künstlerisch ihre Fassungslosigkeit angesichts gesellschaftlicher, weltpolitischer und kultureller Gegebenheiten und Entwicklungen.
Damit werden sie selbst aktiv und zeigen auch uns eine deutliche Möglichkeit zur Aktivität auf. Denn zwischen lautem Lachen und erhobenem Mittelfinger liegt die (Selbst)Ermächtigung einer nicht nur künstlerischen Reaktion auf gesellschaftliche Missstände in der Welt. Tatsächlich ist diese Ausstellung, deren Protagonisten und Protagonistinnen oft schon sehr lange auf diese spezifische künstlerische Weise aktiv sind, noch einmal besonders aktuell geworden. Auf Autokratien, aufwachsende rechtsextreme Tendenzen, auf die Marginalisierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft, auf Krieg und massive Umweltprobleme und für alle sich deshalb im Jahr 2025 ohnmächtig fühlenden Menschen bedeutet Ja leck mich am Arsch eine direkte und selbstbewusste Reaktion.
Der Titel der Ausstellung fasst damit das Staunen, die Provokation, das Selbermachen und die politische Haltung dieser künstlerischen Positionen pointiert zusammen und macht neugierig, welche Form von Ausstellung und welche Art der Kunst sich dahinter verbirgt.
Denn, Ja leck mich am Arsch, das ist doch total irre! Die Kunst, die Welt, wir…
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.


Tobias Lange, Norberts Pool , 2023, Acryl auf Leinwand

Marion Bösen, Taugenichts , 2025, Stahlblech, emailliert

Silke Thoss, I love Kippenberger , 2020, Acryl auf Holz

Silke Thoss, Der Geile Zeitvertreib , 2025, Leuchtschild, Acryl auf Holz

Anja Fußbach, Installation , 2018-2025, verschiedene Materialien, Teilansicht

Anja Fußbach, Installation , 2018-2025, verschiedene Objekte und Materialien

Laura Pientka, Tender Blossom, 2022, Keramik und Wachskerze, Feuer

Tom Gefken, DUNKELKAMMER, Wandinstallation, Maße variabel, Öl / Acryl auf Leinwand, Mischtechnik, Fotocollage, u.a.

Uwe Schloen, Gölmer, Figurenggruppe, o.A., Holz, gefundene Materialien: Gummistiefel, Stoff, Knöpfe

Herwig Gillerke, Hiding A Spoon He Will Be Soon … (Can), 2025, Fotomischtechnik

Herwig Gillerke, (Mein Haus, mein Auto…) Die Sparkasse an der Ecke gibt es nicht mehr, aber meine 11 Finger sind immer noch dran , 2025, Acryl auf Leinwand

Olav Westphalen, A Rocket A Day, 2014/2015, 135 Objekte: found materials, construction glue

Partisanen der Kunst (Boleslaw und Kazimierz Jankowski),
Madonna, 2015, Skulptur, Gips, Farbe, Textil
Eva Matti, Auge/Hand, 2019, Filz und Garne

Marion Bösen, Tut das not, 2025, emailliertes Stahlblech