48. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst 2024

Elfin Açar, Franca Brockmann, Dorsa Eidizadeh, Johannes Fiola, Atsushi Mannami, Shoji Matsumoto, Ludger N.o.kel, Renen, Yoriko Seto, Hassan Sheidaei, Behshad Tajammol, Carlotta von Haebler

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Der 48. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst geht an die Künstlerin Dorsa Eidizadeh.
Der Preis, der bereits an später überregional bekannt gewordene Kunstschaffende wie Norbert Schwontkowski (1985), Christian Haake (2007) und Elianna Renner (2009) verliehen wurde, zählt zu den ältesten und bestdotierten Nachwuchsförderpreisen und wird seit 1977 vergeben. Dorsa Eidizadeh erhält die mit 6000 Euro dotierte und vom Senator für Kultur verliehene Auszeichnung für ihr Werk »Fair is foul and foul is Fair, Hover through the fog and filthy air«. Hinzu kommen eine Einzelkatalogförderung in Höhe von 3000 Euro sowie eine spätere Einzelausstellung in der Städtischen Galerie Bremen.

In ihrer Installation beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Glockenspiel in der Böttcherstraße als einem Ort und Symbol unreflektierter kolonialer Kontinuitäten. Ihre Auseinandersetzung weist dabei über die Benennung der problematischen politischen Aspekte einer touristischen Attraktion hinaus. Über ein eigenes Glockenspiel aus 30 Porzellanglocken, über eine Klanginstallation und durch ein künstlerisch gestaltetes Faltblatt eröffnet Dorsa Eidizadeh sinnliche, haptische und poetische Zugänge zu der Frage, wo sich in unserer Stadt und in unserer Gesellschaft koloniale Strukturen manifestieren und wie man damit umgehen kann, wenn man diese Kontinuitäten eigentlich verändern möchte. Die Jury für den 48. Bremer Förderpreis für Bildende Kunst hat mehrfach die hohe Qualität der präsentierten Arbeiten insgesamt betont, deren Inhalte und formalen Ansätze sehr vielfältig seien. Die zwölf Positionen belegten, dass die junge regionale Kunst einem internationalen Standard entspricht und diese Künstlerinnen und Künstler das Potenzial haben, auch überregional auf sich aufmerksam zu machen.

Dies zeigt sich besonders in der Vielfalt der künstlerischen Positionen, die in der Ausstellung vertreten sind.  Die Künstler*innen arbeiten mit unterschiedlichsten Medien: Elfin Açar und Shoji Matsumoto zeigen eher malerische Positionen. Die klassische Fotografie von Johannes Fiola und die Videoarbeiten von Renen und Behshad Tajammol stehen neben skulpturalen Ansätzen von Atsushi Mannami und Hassan Sheidaei, die sich explizit auf die spezifischen Räume der Städtischen Galerie Bremen beziehen. Ähnlich intervenieren auch Franca Brockmann, Dorsa Eidizadeh und Ludger N.o.kel mit plastischen Setzungen in der Ausstellung. Yoriko Seto zeigt großformatige Kohlezeichnungen auf den Wänden der Galerie und einen dazugehörigen Trickfilm. Carlotta von Haebler hingegen führt ihre Zeichnungen und Collagen direkt in einem Buch aus, das Anlass, Grundlage und Form für ihre Arbeit darstellt. Viele der gezeigten Positionen thematisieren wichtige politische Fragen unserer Zeit. Zum wiederholten Male zeigt auch diese Ausstellung, dass die teilnehmenden Künstler*innen, die aus vielen verschiedenen Herkunftsländern nach Bremen gekommen sind, die regionale Kunstszene bereichern. 

Kurzführer zur Ausstellung als PDF